Kann man noch von fünf vor zwölf sprechen?

„Jeder Bruchteil eines Grades zählt. Jede Stimme kann einen Unterschied machen. Und jede Sekunde zählt.“ – António Guterres

Die Uhr der Klimakrise tickt vor sich hin und mit jedem Jahr, mit dem sich das Zeitfenster schließt, wächst die Sorge um das Stoppen des Klimawandels. Zu Beginn des Monates April 2022 wurde der dritte Teil des Berichtes zum Klimawandel vom Weltklimarat veröffentlicht. Darin sprechen Expert:innen von den notwendigen Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, um eine Klimakatastrophe zu verhindern. Dennoch warnt der Weltklimarat, dass wir bereits mitten in der Klimakrise stecken. Während das Sterben von Bäumen und Korallenriffen bereits begonnen hat und viele Tiere ihre Lebensräume in höher gelegene Gebiete verlegen, sind die Langzeitauswirkungen noch schlimmer als Anfangs befürchtet. Die Klimakrise wird sich global auf die menschliche Bevölkerung auswirken. Doch besonders in ärmeren Ländern ist das Ausmaß des Klimawandels bereits in Form von Überschwemmungen, Dürren und Stürmen zu spüren. Diese Länder erleben die Auswirkungen der Klimakrise bereits 15 Mal stärker als andere Ländern. Und dabei steuern die verwundbaren Länder am wenigstens zu den schädlichen Emissionen bei.

In den Jahren zwischen 2010 und 2019 wurde der höchste Ausstoß von Treibhausgasemissionen verzeichnet, obwohl bereits im Jahr 2015 das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet wurde. Dieses setzt sich unter anderem zum Ziel, dass der Anstieg der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden soll und die globalen Treibhausemissionen bis Mitte des 21. Jahrhunderts auf null gesenkt werden sollen. Doch der Weltklimarat verweist darauf, dass wir mit unseren derzeitigen Emissionen das 1,5-Grad-Ziel nicht erreichen werden. Somit stellt sich die Frage, wie die Ziele des Pariser Klimaabkommen eingehalten werden können.

Der Weltklimarat verweist auf die Notwendigkeit von erneuerbarer Energie. Fossile Brennstoffe wie Erdgas und Kohle steuern einen großen Teil zu den globalen Emissionen bei und treiben uns weiter von unserem 1,5-Grad-Ziel hinfort. Somit muss auf alternative erneuerbare Energiequellen wie Windenergie oder Wasserkraft gesetzt werden. Auch Atomkraft wurde Anfang des Jahres von der Europäischen Kommission als nachhaltig eingestuft. Doch obwohl Atomenergie keine direkten Auswirkungen auf das Klima hat, kann man dennoch längst nicht von nachhaltiger Energie reden. Denn nicht nur ist Uran, das bei der Energiegewinnung gespalten wird, eine erschöpfbare Quelle, sondern es gibt für den radioaktiven Müll, der erzeugt wird, keine geeignete Entsorgung.

Somit liegt das Ziel der Klimakrise in erneuerbaren Energien, die am besten schon gestern ausgebaut hätten werden sollen. Diese Energiequellen würden es uns ermöglichen, unsere CO2 Emissionen drastisch zu lindern und somit unter anderem das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Denn sollte der Klimaschutz in den nächsten Jahren vorangetrieben werden, gibt es noch Hoffnung für eine positive Zukunft.

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