Mit Impfungen aus der Krise – welche Freiheiten erwarten Geimpfte?

Die Coronakrise ist weltweit eine der, wenn nicht die schwerste Gesundheitskrise seit der Spanischen Grippe. Um einen kurzen Überblick zu geben: Mit Stand 10.02.2021 wurden weltweit bereits über 140 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert und es starben bereits über 2,2 Millionen an dessen Folgen. Die Schädigungen, die das Virus langfristig mit uns anstellt, Stichwort „Long-covid“, sind dabei noch nicht einmal mitbetrachtet. Dieser Kommentar soll sich aber nicht mit den Auswirkungen des Virus beschäftigen, sondern auf die Probleme hinweisen, die durch die Impfung entstehen werden. Als Beispiel etwa: Ist es legitim, sich Freiheit zu „erimpfen“?

Die Impfungen gegen das Coronavirus sind ein Hoffnungsschimmer, das steht wohl außer Frage. Immer mehr Menschen vertrauen der Wissenschaft wieder mehr und wollen sich impfen lassen. Allerdings ist die voraussichtliche Impfquote besonders in Österreich in der Bevölkerung miserabel. Doch was kann man dagegen tun? Eine Möglichkeit ist eine Impfpflicht – diese wird aber verständlicherweise strikt abgelehnt, da dadurch die Skepsis der Menschen gegenüber den Impfstoffen wohl nur zunehmen würde. Doch wie sieht es mit der indirekten Impflicht aus?

Damit ist gemeint, dass Geimpfte in andere Länder auf Urlaub fahren dürfen oder große Festivals besuchen dürften. Das alles wäre für Ungeimpfte wohl nicht erlaubt. Einschränkungen für den öffentlichen Raum, wie etwa Maskenpflicht oder Abstand sollten natürlich für beide gelten – alleine schon wegen der Kontrollmöglichkeiten. Jeder darf darüber seinen Standpunkt haben, doch um die Krise möglichst schnell zu beenden, ist dies wohl die einzige Möglichkeit.

Besonders für die Wirtschaft wäre es wichtig, geimpfte Personen schnell wieder in das Wirtschafts- und Konsumleben zurückzubringen. Dadurch könnten die größten wirtschaftlichen Schäden abgefedert werden.

Das Vorgehen der Bundesregierung ist hingegen überhaupt nicht förderlich. Wieso müssen Menschen, die in den letzten sechs Monaten an Covid-19 erkrankt waren, sich nicht für einen Frisörbesuch auf SARS-CoV-2 testen lassen, Menschen, die einen vollständigen Impfschutz haben, aber schon? Die Gruppe, die das betrifft, ist zwar noch relativ klein. Spätestens aber, wenn der Großteil der Bevölkerung schon ein Impfangebot bekommen hat, wird es wohl unvermeidbar sein, hier keinen Unterschied zu machen. Auch, damit die Regierung nicht von einer weiteren Seite stark kritisiert wird.

Ethisch ist die Frage der Freiheiten natürlich nochmal schwieriger zu beantworten. Dennoch sollte denjenigen, die sich nicht impfen lassen, klar sein, dass die, die sich impfen lassen, dafür sorgen, dass die Pandemie so schnell wie möglich beendet wird.

Natürlich dürfen die Freiheiten für Geimpfte nicht ewig aufrecht sein und sollten nur solange gelten, bis nur mehr eine geringe Gefahr durch Covid-19 ausgeht, beispielsweise bis Ende des Sommers 2021. Für diesen Zeitraum wäre es aber solidarisch, sich entweder impfen zu lassen oder zumindest den Geimpften gewisse Freiheiten zuzugestehen.

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